Die Goldrute - Solidago

Die Goldrute - Solidago, eine Sonnenpflanze

Einleitung

Welch ein Leuchten in der Sommerfülle. Dieses strahlende Gelb, wie die Sonne, zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht und ihr Duft umschmeichelt wohlig unsere Nase. Wie Honigduft. Kein Wunder, dass sich unzählige Bienen und andere Insekten auf ihr tummeln. Richtig, von der Goldrute ist die Rede – genauer gesagt von der kanadischen Goldrute, denn die ursprünglich heimische, die „Solidago virgaurea“, ist bei uns seltener geworden – zumindestens hier in unserer Region habe ich sie noch nicht angetroffen. Beide aus Amerika eingewanderte Arten, die „Solidago gigantea“ wie auch die „Solidago canadensis“ sind pharmakologisch der heimischen Goldrute gleichgestellt – ihr Haupteinsatzgebiet ist der Urogenitaltrakt. Und in keinem Rheuma Tee sollte die Goldrute fehlen, sie ist eine stärkende und heilende Sonnenpflanze par excellence und ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken dieser golden leuchtenden Schönheit.

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Die Goldrute – eine Sonnenpflanze?

Pflanzen, welche eine Sonnen Signatur tragen, fallen auf. Sie bringen uns die Kraft der Sonne in die Herzen und beeindrucken oft mit ihrer erhabenen Persönlichkeit. Die (kanadische oder riesige) Goldrute gehört zu diesen stattlichen Sonnenpflanzen, aber auch die Sonnenblume, das Johanniskraut oder der Alant. Der ganze Makrokosmos spiegelt sich in unserem Mikrokosmos. Unser Herz stellt die Sonne in unserem Mikrokosmos – Mensch sein – dar. Sonnenpflanzen, wie die Goldrute, wirken daher nicht nur heilkräftig auf den Urogenitaltrakt, sondern bringen uns mit ihrer leuchtenden Schönheit Licht und Wärme in unsere Herzen.

Was zeichnet Sonnenpflanzen aus?

- die Blüten sind gelb bis orange, sie haben einen stimmungsaufhellenden Effekt

- die Pflanzensäfte sind gelb oder orangenfarben: sie helfen nach der Signaturenlehre bei Leber-Galle-Leiden

- die Blüten bzw. die Staubgefäße sehen aus wie Sonnen – diese Pflanzen auf der Sonnenseite des Lebens sind Lichtbringer für Leib und Seele

- ihr sonnenhaftes Wesen zeigt sich auch im erhabenen Wuchs in Richtung Sonne. Es sind stattliche Pflanzen Persönlichkeiten, welche ins Auge fallen und meist die anderen Pflanzen überragen.

- sie alle lieben helle, trockene und warme Standorte

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Jetzt in der Fülle des Sommers, wo dieser Artikel verfasst wird, sehe ich bei jedem Spaziergang die (kanadische) Goldrute leuchten. Ich weiß nicht wie es dir ergeht, aber jedes Mal wenn ich diese Sonnenpflanze sehe, hat ein trübsinniges Gemüt oder schlechte Laune gar keine Chance. Sie nährt mein Herz und meine Seele, alleine bei ihrer Betrachtung. Pflanzen helfen nicht nur durch die innere Einnahme oder äußere Anwendung in Form einer Salbe oder eines Öls. Alleine durch ihre Präsenz, in dem miteinander sein, in der achtsamen Betrachtung und Begegnung stärken sie uns auf allen Ebenen. Die Natur schenkt sich uns großzügig und zugleich ist sie die größte Lehrmeisterin mit ihren unzähligen Geschöpfen. Lernen wir von ihr. Lernen wir von der Goldrute was wichtig ist für‘s Leben und für die Pflege unserer Blase und Nieren.

In meinen Kräuterboschen hat sie einen ganz wichtigen Platz...jedes Jahr auf's Neue. Wenn du mehr über das Brauchtum des Kräuterboschen und den Frauendreißiger erfahren möchtest, kannst du HIER im Kräuterblog weiter lesen.

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Die heimische Goldrute, „solidago virgaurea“ trägt viele regionale Namen. So wird sie mancherorts als goldene Jungfrau bezeichnet oder Goldwundkraut. Auch der Name Fuchsschwanz oder Wundkraut ist ihr zu eigen. Sie blüht vorzugsweise an sonnigen, trockenen und warmen Standorten von August bis Oktober. Die beste Sammelzeit ist während der Blüte. Aber Vorsicht: bei schönem Wetter wirst du die Goldrute mit vielen Bienen und anderen Insekten teilen dürfen, denn sie ist eine wundervolle Bienenweide. Natürlich zeichnet sie sich durch viele heilkräftige Wirkstoffe aus, wie z.B. Saponine, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Phenylglykoside oder ihr ätherisches Öl.

Erinnern wir uns aber stets daran: eine Pflanze ist weitaus mehr als die Summe ihrer Wirkstoffe. Solidago virgaurea gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae), ist mehrjährig und wird bis zu 40 cm hoch. Einige Menschen reagieren allergisch auf Korbblütler, so dass wir darauf achten sollten, ob gegebenenfalls Empfindlichkeiten vorliegen.

Es gibt unzählige Möglichkeiten die Goldrute zu verwenden, innerlich wie äußerlich: als Tee, in Form von Globuli, als Auflage oder Wickel, als Mundspülung oder als Urtinktur. Die blühenden Sprossspitzen werden in kleine Teile geschnitten und im Schatten bei maximal 40° schonend getrocknet. Wenn das Kraut knistert, bewahrt man es idealerweise in dunklen Gläsern auf. Nach einem Jahr haben sich die Wirkstoffe jedoch verflüchtigt (dies gilt natürlich auch für Heiltee-Zubereitungen, die wir kaufen), so dass wir uns einen neuen Kräutervorrat zulegen dürfen.

Zum Abschluss ein wenig Magie: die heimische Goldrute diente als Wünschelrute, um Schätze zu finden – daher der Name „Goldraute“. Als „Unsegenkraut“ wird sie bei „bösartigen“ Wunden angewendet und sie sei die Pflanze jener Menschen, die Angst vor engen Bindungen haben.

Ich wünsche dir viele sonnige Herz erwärmende Begegnungen mit der Goldrute.

Herzlich,

Kosan

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