Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale) im Wald

Der Winter-Schachtelhalm: Eigenschaften, Struktur und Verwendung

Langsam wache ich aus dem Winterschlaf auf. Der letzte Schnee ist geschmolzen, die Vögel zwitschern den Frühling herbei. Ein ausgedehnter Waldspaziergang bringt den Kreislauf in Schwung. Im Wald schlummert die Vegetation noch vor sich hin.

Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale) im Wald - Nahaufnahme
Der Winter-Schachtelhalm zählt zu den ältesten Pflanzenarten der Erde.

Der Winter-Schachtelhalm im Siebentischwald steht stramm, wie schon vor vielen Millionen Jahren, allerdings im Kleinformat. Schachtelhalmarten gehören zu den ältesten Pflanzen der Welt und sind somit attestierte Überlebenskünstler. Es wird vermutet, dass es den Schachtelhalm bereits seit dem Devon, also seit etwa 400 Millionen Jahren, gibt. Fossilien sind der Beweis dafür. Angeblich gab es im Karbon riesige Schachtelhalmwälder, die bis zu 30 Meter hoch werden konnten.

Das Dunkelgrün der Winter-Schachtelhalme fiel mir heute besonders stark auf. Ich konnte dem Drang nicht widerstehen, mir diese Schachtelhalme von Nahem anzusehen. Die Halme sind lang und in ziemlich gleichen Abständen durch Knoten geteilt – eben „geschachtelt“. Fasst man sie an, fühlen sich die Stängel hart, gerillt und rau an. Das Raue ist den hohen Kieselsäurekristallen zu verdanken.

Aus diesem Grund wurde und wird der Winter-Schachtelhalm zum Schleifen filigraner Holz- oder Gipsarbeiten (z. B. bei Instrumenten oder Skulpturen) sowie zum Polieren von Zinngegenständen verwendet. Betrachtet man seine Struktur noch aufmerksamer, entdeckt man die feinen Rillen. Meine Brille hatte ich nicht dabei, sodass ich diese nicht zählen konnte. Je nach Durchmesser können es zwischen 15 und 25 Rillen sein.

Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale) im Wald
Der Winter-Schachtelhalm - Fundort: Augsburg

Homöopathisch wird der Winter-Schachtelhalm bei Blasen- und Nierenleiden eingesetzt. Die Pflanze wird als mittelgiftig eingeordnet, da sie das Alkaloid Palustrin enthält. Potenziert verliert die Pflanze an Giftigkeit. Sein Verwandter, der Ackerschachtelhalm, ist heilkundlich der Star unter den Schachtelhalmen. Viele Arten sind giftig, sodass man als Laie lieber nur die Position des Betrachters einnehmen sollte.

Danke liebe Karla aka Herbahex für diesen wunderbaren Beitrag in unserem Kräuterblog und die wunderschönen Aufnahmen.

Kosan

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