
Unsere Absolventin Helena erzählt, wie sie in unserer Kräuterausbildung die Grundlagen rund um heimische Wildpflanzen kennenlernte, in der Natur durch den Jahreskreis reiste und dabei einen neuen Zugang zur Natur und zu sich selbst fand.
Durch Wälder streifen, Blumen beim Wachsen zusehen, Pflanzenkenntnisse erweitern und vertiefen, in der Gemeinschaft aufblühen und sich selbst in achtsamen Übungseinheiten spüren lernen … das alles durfte ich während meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin von März bis Oktober 2025 erleben.
Ich fühlte mich schon immer sehr naturverbunden. Als Kind besuchte ich jede Woche eine Freundin auf dem Bauernhof und pflückte dort Beeren und Kräuter. Im Sommer 2024 nahm ich zum ersten Mal an einer Kräuterwanderung teil und war sofort fasziniert. Als mir kurz darauf in Augsburg ein Ausbildungsflyer in die Hände fiel, war dies wie ein Wink des Schicksals. Nach einem herzlichen Telefonat mit Kosan stand für mich fest: Ich möchte tiefer eintauchen und mich zur Kräuterpädagogin ausbilden lassen.
Besonders angesprochen hat mich dabei die ganzheitliche Herangehensweise, die in der Heil- & Wildkräuterakademie e.V. im Vordergrund steht. Auch die gemeinsamen Erfahrungen in der Gruppe und das Lernen in Präsenz waren für mich entscheidende Argumente für die Wahl der Ausbildung. Auf diese Weise wird Lernen viel unmittelbarer und lebendiger.

Die Wochenenden waren geprägt von Achtsamkeit und einem stärkenden Miteinander, das sich auch in gemeinschaftlichen, leckeren Wildkräuter-Buffets zeigte. Unsere zentrale Begegnungsstätte war oft das Tipi im Haunstetter Siebentischwald. Bei Wind und Wetter war es für uns ein sicherer Hafen und schenkte uns auch bei kühlen Temperaturen dank eines Lagerfeuers Wärme.
Die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, die Ähnliches bewegt und begeistert, wurde während dieser Wochenenden zu einer Quelle der Inspiration und des gemeinsamen Wachsens.
Kosan und Tom haben uns sehr feinfühlig und mit beeindruckender Kompetenz auf dieser Reise zu den Wildpflanzen und letztlich zu uns selbst begleitet. Ihre Art, ihre Erfahrungen an die Gruppe weiterzugeben, erinnert an Naturvölker, die ihren Kindern und Wegbegleitern im Einklang mit Mutter Erde Werte und Wissen vermitteln.
Durch den beständigen Austausch mit den anderen Teilnehmern sowie die liebevoll aufbereiteten Skripte wurde unser Wissen gefestigt. Wenn wir eine Frage hatten, standen uns unsere Ausbilder und ihre Assistentin Karla mit ihrem reichen Erfahrungsschatz immer zur Seite.
So war es uns schließlich nicht nur möglich, viele Pflanzen sicher und ohne Hilfsmittel zu bestimmen. Wir hatten auch das Gefühl, zu den heimischen Heil- und Wildpflanzen eine intensive, ganzheitlich geprägte Verbindung aufzubauen. Ich lernte, achtsamer mit Wildpflanzen umzugehen und ihre Bedeutung für die Biodiversität sowie als Nahrungs- und Futterquelle für Insekten zu schätzen.
Ein Ausflug in den Eibenwald ist mir so präsent, als wäre er gestern gewesen. Es war ein Gefühl, als würde man durch einen Zauberwald wandern. Der Geruch von Nadelbäumen und Waldbeeren, das Zwitschern der Vögel und das sanfte Rauschen eines Bächleins mitten durch den Wald erfüllten mich mit tiefer Ruhe und Zufriedenheit.
Diese Erfahrung ließ mich den oft hektischen Alltag vergessen. Eine Meditation mitten im Wald sowie Übungen zur Wahrnehmung haben mich geerdet und mich tiefer mit meinem Körper verbunden.
Dadurch, dass alle Module über den Frühling, Sommer und Herbst verteilt waren, konnten wir die Entwicklung von Blüten, Pflanzen und Früchten über den Jahreskreis beobachten.
So betrachteten wir beispielsweise die wunderschön zarten, gelben Blüten der Kornelkirsche im Frühjahr und kosteten schließlich die prallen, roten Kornelkirschen in unserem Abschlussmodul in den Westlichen Wäldern. Dort erlebten wir auch eine abendliche Fackelwanderung in Richtung Wald, während der uns Kosan mit Mythen und Legenden rund um die Welt der Kräuterkunde vertraut machte.
Eine Besonderheit unserer Ausbildung war stets die Verknüpfung von Theorie und Praxis. Die Herstellung von Kräutersalz, Salben, Oxymelen und Tinkturen war für mich eine ganz neue Erfahrung, der ich zunächst mit vorsichtiger Zurückhaltung und dann mit zunehmender Faszination begegnete.
Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine wunderbar duftende Ringelblumen-Salbe, die wir gemeinsam gerührt haben. Noch heute verwende ich sie und denke gerne an das gemeinsame Erlebnis zurück.
Das Wissen um die Wirkung der „Herzpflanzen“ wie Lavendel, Rosmarin und Zitronenmelisse bereicherte mich besonders. Wenn ich jetzt Lavendel rieche, verstehe ich besser, weshalb er mir so viel Gelassenheit schenkt. Er beruhigt aufgrund seines hohen Linalool-Gehalts Herz und Gemüt.
Auch die Einführung in die Welt der Bachblüten faszinierte mich und gab mir wichtige Impulse zur weiteren Vertiefung.
Im Laufe dieser Ausbildung habe ich nicht nur viele heimische Wildkräuter kennenlernen dürfen. Ich habe mir auch eine ganzheitliche Betrachtungsweise unseres natürlichen Lebensraumes angeeignet.
Durch praktische Übungen zu ausgewählten Pflanzen konnten wir im geschützten Raum der Gruppe immer mehr Sicherheit beim Vorstellen gewinnen. Als Lehrerin taste ich mich nun mit allen Sinnen an ein neues pädagogisches Wirkungsfeld heran, das die Weitergabe des Wissens an Kinder, Jugendliche und Erwachsene ermöglicht.

Als Abschlussarbeit erstellte ich ein Herbarium mit eigens verfassten Wildkräuter-Gedichten. Das Sammeln und Pressen der Pflanzen, die ich vor der eigenen Haustür fand, begleitete mich durch das Frühjahr und den Sommer. Die Gedichte formulierte ich meist während meiner abendlichen Runden entlang der Wertach.
Es war mir eine Freude, der Gruppe mein Herbarium und meine dazu passenden Texte beim Abschlussmodul zu präsentieren. Durch die weiteren Abschlussarbeiten bekam ich zudem wertvolle Einblicke in vielfältige Themenbereiche der Kräuterkunde – eine große Bereicherung innerhalb unseres gemeinsamen Ausbildungsjahres.
Als herausfordernd empfand ich anfangs die Vorstellung, selbstständig Tinkturen und Oxymele herzustellen, war ich doch zu diesem Zeitpunkt noch nicht damit vertraut. Unter der Anleitung von Kosan und Tom und mit der Unterstützung der Gruppe gewann ich jedoch immer mehr Sicherheit und Routine.
Heute sammle ich gerne Wildkräuter vor meiner Haustür, koche Tees, bereite Tinkturen zu und probiere mit Begeisterung Rezepte aus der Wildkräuter-Küche aus.
Ich würde mich immer wieder für diese Ausbildung entscheiden, hat sie meinem Leben doch eine entscheidende Wende gegeben, die ich nicht missen möchte.
Wenn ich jetzt am Ufer von Wertach und Lech entlangspaziere, sehe ich die Welt mit anderen Augen. Was ich früher als „Unkraut“ wahrgenommen habe, ist jetzt ein Blütenmeer aus Heilkraft und Küchenzauber. Ich laufe nicht mehr achtlos an Bäumen und Pflanzen vorbei, sondern betrachte sie sorgsam und mit wachsamer Neugier.
Es erfüllt mich, die Fülle an Wildkräutern nicht nur zunehmend beim Namen nennen zu können, sondern auch zu spüren, wie sie mein Innerstes berühren.
Die Ausbildung kann ich besonders den Menschen ans Herz legen, die eine Liebe zur Natur verspüren und die Wahrnehmung ihrer natürlichen Umgebung schärfen möchten.
Sie ist auch für diejenigen sinnvoll, die profundes Wissen über heimische Wildpflanzen erwerben und dabei nicht nur auf Lehrbücher oder digitale Medien zurückgreifen möchten. Stattdessen werden hier im geschützten Rahmen einer stärkenden Gemeinschaft achtsame Zugänge zu unserer Pflanzenwelt ermöglicht. Denn es ist ein Weg der Herzensbildung, der hier praktiziert wird.
Man kann dieses Wissen für sich selbst und seine Lieben verwenden. Es eröffnet jedoch auch berufliche Wege in eine Welt, in der Achtsamkeit und Natürlichkeit zunehmend als bedeutsam erachtet werden.
Für die Ausbildung sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Man sollte jedoch eine gewisse Neugier, Flexibilität und Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen mitbringen.
Falls man noch unsicher ist, ob man die Ausbildung beginnen sollte, empfiehlt es sich, bewusst einen ganzen Tag ohne Smartphone in der Natur zu verbringen. Wenn man sich anschließend gestärkt und bereichert fühlt, kann dies ein wichtiger Hinweis darauf sein, dass dieser Weg der richtige sein könnte.
Wenn ich meine Erfahrungen während der Ausbildung bei Kosan und Tom mit einem Satz beschreiben sollte, würde er folgendermaßen lauten:
Ich habe gelernt, meiner Intuition zu vertrauen und die Pflanzenwelt um mich herum noch mehr mit dem Herzen zu sehen.
Helena Schiller-Roes, Kräuterpädagogin & Blogautorin von Schreibnatur
Wer selbst tiefer in die Welt der heimischen Heil- und Wildpflanzen eintauchen möchte, ist herzlich willkommen mit uns auf Reise zu gehen. Die nächste Ausbildung startet am 10. Oktober 2026. Hier sind im Moment nur noch sehr wenige Plätze frei.
Ein weiterer Ausbildungsjahrgang beginnt am 13. März 2027. Hier kannst du dich unverbindlich auf die Warteliste setzen lassen. Wir informieren dich, sobald die Anmeldung wieder möglich ist.
Weitere Informationen zur Ausbildung, zu den Inhalten und zur Anmeldung findest du auf unserer Ausbildungsseite HIER