Augentrost (Euphrasia officinalis) mit seinen zarten weiß-violetten Blüten

Was Augentrost so besonders macht

1. Der Name verrät bereits die Wirkung

Der Name dieser unscheinbaren kleinen Schönheit sagt bereits alles über ihr Hauptanwendungsgebiet: Augentrost ist ein Trost für die Augen. Viele weitere Namen schmücken ihr Antlitz. Ob Augenblümli, Augendank oder Augenkräutl – sie alle sprechen von ihrer traditionellen Bedeutung für die Augen.

Doch Augentrost ist nicht nur eine Wohltat für die Augen, sondern auch ein Symbol der Heiterkeit. Euphrosyne bedeutet im Griechischen „Frohsinn“ oder „Heiterkeit“. Und wer könnte bei ihrem Anblick Trübsal blasen?


2. Augentrost ist ein echtes Bergpflänzlein

Unser zartes Augenblümli gehört zu den Sommerwurzgewächsen (Orobanchaceae) und wird nur etwa 10 cm hoch. In der Natur kannst du sie oft erst richtig bewundern, wenn du vor ihr auf die Knie gehst. Nur so lassen sich ihre feinen, zauberhaften Blüten deutlich erkennen.

Augentrost liebt helle Standorte, verträgt jedoch auch Halbschatten. Du findest ihn auf Magerwiesen, trockenen Hängen und in lichten Wäldern. Im Flachland ist er durchaus anzutreffen, doch größere Augentrost-Bestände begegnen einem meist in den Bergen oder im Alpenvorland.

Unser Augentrost liebt höhere Lagen und ist dort bis zu 2500 Höhenmetern anzutreffen – ein echtes Bergpflänzlein.


3. Eine Pflanze mit besonderen Eigenschaften

Als Halbschmarotzer entzieht Augentrost seinen Wirtswurzeln Wasser und Nährstoffe. Dennoch kann die Pflanze in Notzeiten vorübergehend ohne ihre Wirtspflanzen auskommen.

Es existieren zahlreiche Augentrost-Arten, die sich teils auch untereinander kreuzen. Wie so oft wird den Pflanzen aus höheren Lagen eine besondere Kraft zugeschrieben. Die kargen Bedingungen der Bergregionen verlangen den Pflanzen einiges ab.

Augentrost blüht von Juli bis September. Verwendet wird traditionell das gesamte blühende Kraut.


4. Inhaltsstoffe und traditionelle Bedeutung

Unser Augendank enthält verschiedene wertvolle Pflanzenstoffe. Dazu zählt unter anderem ätherisches Öl. Ebenso finden sich Gerbstoffe, die traditionell für ihre zusammenziehenden Eigenschaften bekannt sind, sowie Bitterstoffe.

Neben der bekannten Verbindung zu den Augen wird Augentrost traditionell auch im Zusammenhang mit gereizten Schleimhäuten beschrieben.

In der Pflanzenkunde wird Augentrost klassisch bei gereizten Augen, Bindehautentzündungen, Lidrandentzündungen, Gerstenkörnern oder bei Augenschwäche erwähnt. Auch bei Heuschnupfen, wenn insbesondere Augenbeschwerden im Vordergrund stehen, findet Augentrost traditionell Anwendung.


5. Die klassische Anwendung: Augentrost-Tee

Zur inneren und äußerlichen Anwendung geeignet.

Aus 1 TL getrocknetem oder 2 TL frischem Kraut einen Aufguss bereiten, mit etwa 200 ml heißem Wasser übergießen und zugedeckt ca. 15 Minuten ziehen lassen.

Traditionell werden 2–3 Tassen täglich getrunken. Zusätzlich können Kompressen mit dem Tee getränkt und für etwa eine Viertelstunde auf die geschlossenen Augen gelegt werden. Ob warme oder abgekühlte Kompressen angenehmer sind, ist individuell verschieden.


Euphrasia officinalis – kurz & knackig

Volksnamen: Augenklar, Augenkräutli, Hexenblume, Augenblümli

Pflanzenart: Sommerwurzgewächs (Orobanchaceae)

Standort: liebt höhere Lagen, bis zu 2500 Hm

blüht von Juli bis September, verwendet wir das ganze blühende Kraut

Inhaltsstoffe: u.a. Gerbstoffe, Bitterstoffe, ätherisches Öl

Wirkung: wirkt Augen stärkend, entzündungshemmend, schmerzlindernd

Wichtiger Hinweis

Schwerwiegende Augenerkrankungen sollten stets fachkundig abgeklärt werden. Augentrost versteht sich als sanfte Begleiterin im Rahmen traditioneller Anwendungen. In unserer naturheilkundlichen Praxis wende ich Euphrasia gern an, einer meiner liebsten Darreichungsformen ist die klassische Homöopathie. Ressourcen schonend und ideal für (hoch)sensible Menschen bzw. Wesen.

Das zarte Augenblümli aus den Bergen
Augentrost, unscheinbar aber oho, ich liebe diese kleine Schönheit sehr

Fazit

Allein schon beim Schreiben dieses Artikels spüre ich, wie der Augentrost eine sanfte Leichtigkeit und Heiterkeit vermittelt. Unabhängig von Beschwerden lohnt es sich, nach dieser kleinen, unscheinbaren Pflanze Ausschau zu halten – vielleicht bei deinem nächsten Spaziergang oder während eines Aufenthalts in den Bergen. Oft sind es gerade die zarten, zurückhaltenden Pflanzen, die eine besondere Ausstrahlung besitzen.

Augentrost, Euphrasia officinalis, wird seinem griechischen Ursprung „Heiterkeit“ mehr als gerecht. Eine Pflanze, die traditionell nicht nur mit den Augen, sondern auch mit Klarheit, Wahrnehmung und einem feinen Blick für das Wesentliche verbunden wird. Vielleicht erinnert sie uns daran, wieder achtsam zu schauen – nach außen wie nach innen. Auch im Tierschutz möchte ich den wundervollen Augentrost nicht mehr missen, neben der Ringelblume. Beide gehören für mich immer in meine Notfallapotheke.

Ich wünsche dir viele bereichernde Begegnungen mit unserem schönen Augenblümli und stets einen klaren, wachen Blick für die kleinen Wunder der Natur.

Kosan

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